König-Ludwig-Haus: Junge Ärzte international erfolgreich

Zahlreiche Auszeichnungen – Neue stammzellbasierte Therapie bei Kniegelenkarthrose

Junge Ärzte international erfolgreich

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Foto zeigt (sitzend, von links): Privatdozent Dr. Andre Steinert, Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel und Dr. Birgit Mentrup sowie (stehend, von links): Privatdozent Dr. Ulrich Nöth, Prof. Dr. Maximilian Rudert, Dr. Lars Rackwitz und Prof. Dr. Franz Jakob. (Foto: Mauritz)

 

Würzburg. (mm) Keine Sorgen um den wissenschaftlichen Nachwuchs braucht man sich im Würzburger König-Ludwig-Haus zu machen. Auch im vergangenen Jahr heimsten die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der orthopädischen Fachklinik in der Trägerschaft des Bezirk Unterfranken mehrere renommierte Preise und Auszeichnungen ein. Zudem wurden unter Beteiligung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem Orthopädischen Zentrum für Muskuloskelettale Forschung im vergangenen Jahr 19 Original-Arbeiten und elf Übersichtsarbeiten in angesehenen Wissenschaftsjournalen veröffentlicht. In einer kleinen Feierstunde würdigten Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel und Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Maximilian Rudert die Leistungen der jungen Forscherinnen und Forscher.

Preise für Artikel und Vorträge

Zu den herausragenden Preisen zählte der Wilhelm-Roux-Preis für den besten Vortrag der Grundlagenforschung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), den Ruth Broermann für ihren Vortrag über das Thema „Kollagen I-Nanofaser-Scaffolds – Einfluss der Anisotropie auf die tenogene Differenzierung mesenchymaler Stammzellen“ erhielt. Jenny Weyhmüller, Doktorandin in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Tissue Engineering der Universität Würzburg (Direktorin Frau Prof. H. Walles), gewann den Posterpreis Tissue Engineering der Sektion Grundlagenforschung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie e.V. (DGOOC) für ihre Arbeit „Besiedelung und dynamische Ko-Kultivierung verschiedener Kollagen-Matrices mit humanen mesenchymalen Stammzellen und humanen mikrovaskulären Endothelzellen im Bioreaktor“. Den erstmals verliehenen HPP Award des Bundesverbands Hypophosphatasie erhielten Birgit Mentrup und Christine Beck für den Artikel „Functional characterization of a novel mutation localized in the start codon of the tissue-nonspecific alkaline phosphatase gene“, der im renommierten Fachmagazin BONE erschien.

Von einem neuen stammzellbasierten Therapieverfahren zur Behandlung von Kniegelenkarthrose berichteten Privatdozent Ulrich Nöth und Prof. Rudert. Das König-Ludwig-Haus sei federführend an der Umsetzung einer entsprechenden Pilotstudie beteiligt. Dieses innovative Therapiekonzept basiere auf der Verwendung mesenchymaler Stammzellen. In dem europäischen Forschungsprojekt würden körpereigene Stammzellen des Fettgewebes isoliert und durch ein aufwendiges Kulturverfahren in Zellen mit Knorpeleigenschaften programmiert. Diese Zellen würden dann dem Patienten in das betroffene Kniegelenk gespritzt. Die eingebrachten Stammzellen sollen die destruktiven Vorgänge reduzieren und den Aufbau von eigener Knorpelmatrix begünstigen; so das Ziel der Studie, wie Rudert und Nöth betonten.

Höchst erfolgreich verlief im vergangenen Jahr auch die Drittmitteleinwerbung. Unter Leitung der Professoren Lorenz Hofbauer (Dresden) und Franz Jakob (Würzburg) wurde eine überregionale Forschergruppe zum Thema Knochenmetastasierung ins Leben gerufen und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in Förderung gebracht. Bei diesem Projekt handelt es sich um die erste hochwertige Netzwerkforschung zu diesem Thema in Deutschland. Im Ausland, besonders in den USA, wird das Thema seit langem intensiv bearbeitet. Diese Forschung wird die Interaktion zwischen Onkologie und Orthopädie weiter voran bringen und bedeutet für die Orthopädie Würzburg einen erheblichen Gewinn an nationaler Sichtbarkeit in der Expertise Knochentumoren und Knochenmetastasen.

400.000 Euro für Projekt

Ebenfalls von der DFG gefördert wird ein so genanntes Rückkehrer-Projekt von Tatjana Schilling zum Thema „Fettentwicklung statt Knochenregeneration“. Die junge Ärztin und mehrfache Trägerin von Forschungspreisen leitet nach ihrer Rückkehr von einem Forschungsaufenthalt in England das Projekt, das die mit dem zunehmenden Alter zusammenhängende Neigung von Stammzellen aufzuklären versucht, eine Fehlentwicklung zu Fettzellen, statt Knochenzellen einzuschlagen. Könnte man diese Fehlentwicklung der Zellen im Alter verhindern, käme das der Regenerationsfähigkeit des Knochens zugute. Das Projekt hat ein Finanzvolumen von etwa 400.000 Euro für die kommenden drei Jahre.

Der Bezirkstagspräsident betonte, dass die wissenschaftlichen Erfolge der Ärztinnen und Ärzte für eine optimale Behandlung der Patienten im König-Ludwig-Haus sorgten. Mit seinen 140 Betten, einer Poliklinik mit Ambulanz und physikalischer Therapie, etwa 4.000 operativen und 12.000 ambulanten Patienten pro Jahr zählt das 1916 eingeweihte König-Ludwig-Haus zu den größten und führenden Orthopädischen Krankenhäusern Deutschlands. Das König-Ludwig-Haus ist zugleich Lehrstuhl für Orthopädie an der Universität Würzburg.

zurück

 

drucken Drucken
Schriftgröße AAAKontrast Kontrast

Ansprechpartner:
Orthopädische Klinik König-Ludwig-Haus
Orthopädische Klinik König-Ludwig-Haus
Brettreichstraße 11
97074 Würzburg
Tel: 0931 803-0 (Zentrale)
Fax: 0931 803-1209